Grosstierrettung

Large Animal Rescue - Tierrettung für Pferde und Kühe

Unsere Motivation

Die Feuerwehr Pöring will notleidenden Großtieren optimalste Hilfe, auf hohen medizinischen und technischen Erkenntnissen, bieten. Dies ist aktiver Tierschutz! Nur eine gute und intensive Zusammenarbeit stellt sicher, dass ein Optimum erreicht werden kann. Gegenseitige Behinderungen usw. gehen schlussendlich nur zu Lasten der Tiere! Die Feuerwehr Pöring ist der Meinung, dass unsere Haustiere, die ja in sehr vielen Fällen zu unseren Freunden und Familienmitgliedern geworden sind, das verdient haben. Die gute Nachricht für alle Tierliebhaber: In Bayern sind laut BayFwG  Einsätze zur Rettung von Tieren aus lebensbedrohlichen Situationen kostenfrei.

Zur Weiterentwicklung von Gerät und Ausbildung sind wir jedoch auf Ihre Hilfe angewiesen: Wir sind deshalb für jede Zuwendung und auch praktische Hilfe sehr dankbar!

Grundlagen

Grosstierrettungseinsätze sind Risikoeinsätze mit erheblichen Gefahren für Helfer und Tier!

Durch ein striktes Risikomanagment lässt sich dieses Risiko auf das unvermeidbare Maß reduzieren. Voraussetzung dafür ist eine abgestimmte Ausrüstung und eine umfassende Ausbildung der eingesetzten Kräfte. Bei Einsätzen hat sich gezeigt, dass das koordinierte Vorgehen von medizinischen Personal (Tierärzte) und technischen Personal (Feuerwehr) ebenso unverzichtbar ist. Gemeinsame Ausbildungen schaffen die nötige Handlungskompetenz.

Schleiftechniken

Grundsätzlich sollte versucht werden festliegende Pferde mit Schleiftechniken zu befreien. Diese sind risikoärmer als Hebetechniken. Voraussetzung ist aber das korrekte Anbringen von Hebegurten oder Schleifplatten. Zusätzlich müssen entsprechende Fädeltechniken angewandt werden um Helfer nicht zu gefährden.

Hebetechniken

Die technische Rettung mittels Hebetechniken ist die komplexere Form und sollte nur nach Ausschluss von alternativen Methoden angewandt werden. Die Verwendung von Gurten, Hebebändern oder minderwertigen Geschirren hat zu unterbleiben. Stattdessen sind für die technische Rettung ausgelegte Hebegeschirre zu nutzen.

Sedation

Eine zwischen technischen und medizinischen Helfern abgestimmte Sedation ist für  beide Varianten zwingende Grundlage. Die eingesetzten Tierärzte müssen Erfahrung mit der Sedation von Pferden und Rindern haben.

Ausrüstung

Ausbildung

Neben dem technischen Gerät, ist vor allem auch die Ausbildung der Rettungskräfte und die Zusammenarbeit zwischen Tierärzten und technischem Personal Garant für den Erfolg. Die Feuerwehr Pöring arbeitet deshalb mit den Pferdekliniken Aschheim, Parsdorf und Wolfesing bei der Großtierrettung eng zusammen.

An Lehrgängen des Großtierrettungsdienstes Schweiz und Liechtenstein (GTRD) und bei der Animal Rescue Academy Östereich nahmen deshalb auch die Tierärzte Dr. Eisenreich (Parsdorf) und Dr. Mantzana (Wolfesing) teil.

Der GTRD besteht in der Schweiz seit 20 Jahren und hat in dieser Zeit den Tierschutz bei den Rettungsaktionen auf ein einzigartiges Niveau gehoben. Der Leiter des GTRD, Rüdi Keller, stellte Lösungsansätze für verschiedenste Einsatzszenarien vor. Dabei stellte er vor allem auch das Risiko für Helfer und Patient von falsch eingeschätzten Sedationen heraus. Um diese zielgerichtet auszuführen, sind eine hohe Spezialisierung der Tierärzte und auch eine unterschiedliche Sedation zwischen Nutztieren (z.B. Kühen) und Pferden unbedingt notwendig. Die Wahl der richtigen Medikamente und Dosierungen wurde unseren Tierärzten vom Leiter des Universitätsspitals für Großtiere, Prof. Dr. Anton Fürst, aufgezeigt. Hier zeigte sich der Vorteil der Zusammenarbeit mit den Pferdekliniken, da hier bereits entsprechendes Fachwissen vorhanden war.

Im praktischen Teil wurde das Anlegen des Tierbergungs- und Transportgeschirrs bei Pferden und Kühen gemeinsam geübt. Hier konnte sowohl an einem unsedierten ruhigen Pferd, als auch an einem sedierten temperamentvollem Warmblüter geübt werden. Auch das Anheben der Tiere mit unserem Kran war Bestandteil der Ausbildung. Der Moment an dem die Tiere den Bodenkontakt verlieren und besonders der Moment in dem sie wieder abgesetzt werden sind sehr kritisch, hier besteht das größte Verletzungsrisiko für Helfer und Patient.

Die Animal Rescue Academy Österreich von Dr. Christoph Peterbauer lehrt eine klare Strukturierung des Einsatzablaufs und ein aktives Einsatzstellenmanagment. Dabei werden Standardregeln der Feuerwehren in den Ablauf integriert. Die Ausbildung erfolgt mit Hilfe eines 200 Kg schweren Pferdedummies aus Kunststoff. Damit können Übungen beliebig oft wiederholt werden bis die Techniken sitzen. Auch schwierige Szenarien können damit dargestellt werden.

Der Schutz der Helfer ist wesentlicher Bestandteil dieser Ausbildung um körperliche Schäden zu vermeiden, dies kommt letztendlich auch der reibungslosen Rettung der Tiere zu Gute.

 

Trainings - Dummy