Hydraulische Rettungsgeräte

Hydraulischer Rettungssatz

Der Hydraulische Rettungssatz ist eine Kombination von hydraulischen Rettungsgeräten die mit einem Motorpumpenaggregat betrieben werden.  Hydraulisches Rettungsgerät wird zur Rettung und Bergung von Menschen bei Unfällen auf der Straße oder der Schiene und bei sonstigen Unglücksfällen eingesetzt. Die Zusammenstellung erfolgt nach den Anforderungen der jeweiligen Feuerwehr.

Hydraulikaggregat

Als Ausgangspunkt und Anschluss für sämtliche hydraulische Rettungsgeräte.

Leistungsübersicht P 650 SE - DHR20:

Motortyp: 220V / 50Hz
Motorleistung: 2200W
Drehzahl: 3000 U/min
Max. Betriebsdruck: 700bar
Gewicht: 81 kg

Rettungsspreizer

Rettungsspreizer dienen zum Auseinanderspreizen, Ziehen, Anheben, Quetschen, beispielsweise von verklemmten oder deformierten Autotüren oder zum Wegdrücken von Wrackteilen. Mit den speziell geformten Spreizerspitzen ist es möglich selbst in kleinste Spalten zu kommen und diese weiter zu öffnen oder auch Blech zu schälen.

Leistungsübersicht Spreizer SP510:

Max. Spreizöffnung: 800 mm
Max. Spreizkraft: 230 kN (23 t)
Max. Spreizkraft: 92 kN (9,2 t) (25mm von den Spitzen entfernt)
Max. Zugkraft: 55 kN ( 5,5 t )
Max. Zugweite; 665 mm
Gewicht: 25,4 kg
Max. Betriebsdruck: 700bar
Kupplungssystem: Monokupplung

 

Rettungsschere

Die Rettungsschere dient zum Durchtrennen von Materialien um Patienten, z.B. bei einem Verkehrsunfall zu befreien. Der Einsatz von immer härteren Materialien beim Fahrzeugbau mit dem Ziel des Verbesserten Insassenschutzes erfordert jedoch immer leistungsstärkere Geräte. Auch der vermehrte Einbau von Airbags, Gasdruckfeder, etc. erfordert erhöhte Anforderungen beim Einsatz von Rettungsscheren.

Leistungsübersicht Lukas S700:

Max. Schneidöffnung: 185mm
Max. Schneidkraft: 750kN
Gewicht: 20,8kg
Max. Betreibsdruck: 700bar
Kupplungssystem: Monokupplung

Rettungsszylinder

In der Regel gehören ein oder mehrere hydraulische Rettungszylinder, zum Rettungssatz. Der Rettungszylinder wird beispielsweise dazu benutzt, den vorderen Teil eines verunfallten Kfz wegzudrücken. Hierzu wird der Rettungszylinder zwischen A-Säule und B-Säule diagonal angesetzt. Je nach Ausführung eignen sich Rettungszylinder zum Drücken und Ziehen. Sie werden vor allem dann eingesetzt, wenn die Öffnungsweite des Rettungsspreizers nicht mehr ausreicht. In Verbindung mit einem Schwelleraufsatz kann der Rettungszylinder optimal und sicher (kein Abrutschen) angesetzt werden.

Leistungsübersicht Lukas R424 Mono:

Lukas R424 Mono
Max. Kolbenhub: 875mm
Druckkraft Kolben 1: 266kN
Druckkraft Kolben 2: 133KN
Gewicht: 21,0kg
Max. Betriebsdruck: 700bar
Kupplungssystem: Monokupplung

Leistungsübersicht Lukas R420 Mono:

Max. Kolbenhub: 575mm
Druckkraft Kolben 1: 266kN
Druckkraft Kolben 2: 133KN
Gewicht: 16,9kg
Max. Betriebsdruck: 700bar
Kupplungssystem: Monokupplung

Spreizerkette

Der Kettensatz besteht aus zwei Hakenketten die an den Spreizerspitzen montiert werden. Damit können Gegenstände auseinandergezogen werden. Das früher übliche Hochziehen der Lenkradsäule zur Befreiung von Unfallopfern wird heute praktisch nicht mehr angewendet, es wurde durch den Einsatz von Rettungszylindern optimiert bzw. ersetzt.

Glassäge und Federkörner

Zum Öffnen von Front- und Seitenscheiben. Zusätzlich kommt hier noch weiteres Material zum Schutz des Patienten vor Glasstaub und Splittern zum Einsatz.

Patientenschutz

Flexible, transparente Kunststoffscheiben zum Schutz des Patienten vor wegspringenden Teilen und scharfen Kanten.

Rüstholz

Da Unfallfahrzeuge bereits erheblich an Stabilität verloren haben und durch die Rettungsarbeiten in der Stabilität weiter geschwächt werden, muss das Fahrzeug unterbaut (stabilisiert) werden. Damit sollen weitere Einklemmungen und schmerzhafte Erschütterungen des Patienten verhindert werden. Unkontrollierte Bewegungen des Fahrzeugs würden auch die Einsatzkräfte gefährden.

Kleinmaterial

Kantenschutz, Werkzeug zum Abklemmen der Batterie, Planen für die Geräteablage, Gurtmesser, etc.

Hydraulisches Hebezeug

Zum Heben, Senken und Drücken, für horizontalen und vertikalen Einsatz. Lastaufnahme über die 4-fach bzw. 6-fach höhenverstellbare und abnehmbare Anhebeklaue oder das Kopfstück.

In der Feuerwehr ist die gängige Bezeichnung Büffelwinde. Damit können Lasten mit bis zu 10 Tonnen gehoben werden. Der maximal mögliche Hub beträgt 350 mm.

Zwar können mit dem Spreizer auch schwere Lasten gehoben werden, allerdings immer in einer Kreisbewegung. Der große Vorteil der Büffelwinden ist der geradlinige Hub wie bei den Rettungszylindern. Dabei ist die Büffelwinde aber nicht auf ein Hydraulikaggregat angewiesen, das macht sie zum bevorzugten Mittel z.B. bei Rettungseinsätzen an Zügen.

Hydraulischer Wagenheber

Der auf den Fahrzeugen mitgeführte Hydraulische Wagenheber bietet eine interessante Ergänzung zum Einsatz bei beengten Raumverhältnissen, z.B. Wegdrücken von Bauteilen bei Maschinenunfällen.